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Saison 2017

2017-06-03 BT

BT-Talblick            Talblick


Kompromiss fürs kühle Nass

Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann." Das geflügelte Wort hatte in der Vergangenheit seinen Stellenwert und wird ihn auch künftig haben. Kompromisse sind es, die im Leben erforderlich sind, nicht das Beharren auf eigener Meinung - im Kleinen wie im Großen.

Jüngstes Beispiel: die Gaggenauer Bäderfrage. Da gibt es die Befürworter des Naturbads, die Fürsprecher für ein Chlorbad - und die Sachzwänge wie Finanzierbarkeit und Hochwasserschutz. Zwischen allen "Klippen" galt es, beim Beschluss für das neue Waldseebad den richtigen Kurs zu finden.

Informationsveranstaltungen fanden statt, Bürger wurden nach ihrer Meinung gefragt. Jetzt hat sich der Gemeinderat einstimmig für eine Verbindung von Naturbad und Chlorbad ausgesprochen -um allen Erfordernissen gerecht zu werden. Schließlich werden rund acht Millionen Euro investiert, für die Bürger und deren Erholung. Eine Entscheidung, die aber nicht den ungeteilten Zuspruch aller Beteiligten und künftigen Badnutzer findet. Ob es die richtige Entscheidung war, das muss die Zukunft zeigen, wenn denn das Bad gebaut und zur Freude der Wasserratten wieder genutzt werden kann. Frühestens 2020 kann das sein, da fließt noch so manches Wasser durch den Traischbach.

Nun gilt es, die Planungen voranzutreiben, um das anvisierte Ziel zu erreichen. Finanzielle und bauliche Unwägbarkeiten kann es bei Großprojekten immer geben, die die Umsetzung verzögern. Da heißt es im Falle des Falles Geduld haben und Ruhe bewahren, auch wenn die Sonne noch so heftig brennt. Aber als Abschluss des Aufregerthemas neues Waldseebad wird irgendwann der erfrischende Sprung ins kühle Nass stehen - im Naturteich oder im Chlorbecken, ganz nach Lust und Laune. Markus Mack

www.badisches-tagblatt.de

 

2017-05-31 BNN

Freundeskreis bleibt im Boot

Gaggenau (dok). Der Freundeskreis Waldseebad will die Entscheidung des Gemeinderats für ein Mischbad mittragen. Dies betonte Vorsitzende Sabine Arnold auf BNN-Anfrage: „Wir sind von der Lösung nicht begeistert, halten sie aber für einen tauglichen Kompromiss.“ Ausschlaggebend seien die mangelnde Akzeptanz der Bürger für ein reines Naturbad und der hohe Reinigungsaufwand eines Bades mit biologischer Wasseraufbereitung gewesen.

Der Freundeskreis hatte sich in der Debatte um die Zukunft des traditionsreichen Gaggenauer Bades für den Bestand eines reinen Naturbades stark gemacht. Am Montag nun hatte sich der Gemeinderat – wie berichtet – auf eine Mischvariante festgelegt, die ein großes Naturbadbecken (rund 2.100 Quadratmeter Wasserfläche) und ein kleineres Technikbecken (700 Quadratmeter) vereinen soll. „Wir versuchen, uns damit anzufreunden“, sagte Arnold. Nach den Sommerferien will der Freundeskreis eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, bei der die Satzung des Vereins geändert werden muss. Sie sieht bislang nämlich lediglich die Förderung eines reinen Naturbades vor. „Ich denke, dass unsere Mitglieder das mittragen“, kündigt Arnold an.

Eine weitere Verkleinerung des Naturbadbeckens hingegen sei nicht akzeptabel: „Das Konzept muss so umgesetzt werden, wie es im Gemeinderat beschlossen wurde. Eine neuerliche Reduzierung der Naturbad-Wasserfläche machen wir nicht mit“. Arnold hofft nun, dass durch den Kompromiss in der Bäderfrage wieder Ruhe einkehrt: „Beide Lager sollten befriedet sein, das Gezanke muss aufhören“.

www.bnn.de

 

2017-06-01 GaWo

Waldseebad künftig Naturbad und Technisches Bad in einem

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Blaupause für das Waldseebad - das österreichische Alpenbad Montafon, das ebenfalls Naturbadelemente (vorne) mit solchen eines Technischen Bades (hinterer Bereich) vereint. Foto: Patrick Säly

Im Rahmen des Prozesses zur Neustrukturierung der Bäderlandschaft in Gaggenau hatte der Gemeinderat im April 2017 beschlossen, dass Hallenbad und Freibad in Gaggenau weiterhin an getrennten Standorten betrieben werden sollen und Planungen zur Errichtung eines Kombibades (Hallen- und Freibad an einem Standort) nicht mehr weiter entwickelt werden. Als Standort für das Freibad wurde der bisherige Standort des Waldseebades festgelegt. Die Entscheidung über den Standort des Hallenbades und somit auch über einen Neubau oder eine Sanierung wurde ausgesetzt. Jedoch sollen die Planungen und Bedarfsermittlungen weitergeführt werden. Die Standortfrage und die Art der Baumaßnahmen (Sanierung oder Neubau) sollen zu einem späteren Zeitpunkt durch den Gemeinderat entschieden werden.

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2017-05-31 BT

Badbeschluss über die Fraktionen hinweg

Sprecher aller Parteien im Gemeinderat sehen die Mischbadvariante als den bestmöglichen Kompromiss an

Von Thomas Senger

Gaggenau - 14 Varianten waren untersucht worden: Reine Naturbäder, reine Chlorbäder waren darunter, am Ende wurde es eine Kombination aus beidem. Das Waldseebad wird sowohl ein Chlorbecken als auch ein Naturbadbecken erhalten.

Die Entscheidung am Montag im Gemeinderat fiel einstimmig. 6,4 Millionen netto, also an die acht Millionen Euro brutto, wird das Vorhaben nach derzeitigem Stand kosten. Hinzu müssen eine Million netto für den Hochwasserschutz gerechnet werden; dafür sind aber 400000 Euro als Zuschuss möglich.

Im Moment denkt man an ein Naturbadbecken von rund 2100 Quadratmetern und an einen Chlorbadbereich von etwa 700 Quadratmetern Fläche.

Die Sprecher der Fraktionen erläuterten in der Fraktionsrunde vor der Abstimmung ihre Standpunkte. Rudi Drützler (CDU) hob die intensive Vorbereitung der Entscheidung hervor - im Gegensatz zu 2004, als man sich für ein Naturbad entschieden hatte. Das Naturbad in seiner Größe zu erhalten, dieser Wunsch habe sich nach den Besichtigungen der Naturbäder in Trossingen und Glatten "erledigt".

Die Betreiber dieser kleineren Naturbäder seien überrascht gewesen, dass man in Gaggenau überhaupt ein Becken von mehr als 4000 Quadratmetern betrieben habe. "Wir möchten ein Bad für alle Gaggenauer", sagte Drützler weiter. Deshalb auch ein Chlorbad; gleichzeitig wolle man den Freundeskreis nicht vor den Kopf stoßen. Dessen Vorstand hatte sich auf ein Naturbad festgelegt.


Pfrommer: "Es handelt sich um ein Plusbad"


Gerd Pfrommer (SPD) betonte: "Ich möchte zunächst versuchen, mit einer Legende aufzuräumen, die immer noch und immer wieder durch Gaggenau geistert: die Legende, dass man das gute, alte Waldseebad früherer Jahrzehnte einfach wieder aufleben lassen könne. Ein chloriertes Bad in der bekannten Größe ist unter den gegebenen Rahmenbedingungen und Vorgaben schlicht und ergreifend nicht finanzierbar." Andererseits sei ein Naturbad in bisheriger Größe ein zu großes Risiko hinsichtlich Kosten und Betriebssicherheit. Pfrommer weiter: "Es handelt sich hier nicht um ein ,Mischbad, sondern um ein, Plusbad?, bei dem ein immer noch dominantes Naturbad mit einem interessanten Erlebnisbad zu einem Naturerlebnisbad verschmolzen wird." Dieses "Naturerlebnisbad" werde bei den Investitionskosten um eine gute Million über den bisher im Haushaltsplan veranschlagten Mitteln liegen.

"Aber nach allen uns vorliegenden Informationen kann aufgrund der aktuellen Einnahmeentwicklung davon ausgegangen werden, dass wir uns diese Mehrkosten leisten können, ohne in anderen Bereichen Kürzungen vornehmen zu müssen", so Pfrommer weiter

Theo Gehrmann (FDP) sinnierte zunächst über die Freibäder in Sulzbach und Ottenau, ehe er sich "dem attraktivsten Bad in Gaggenau" zuwandte und die Zustimmung der FDP zu der Mischbadlösung deutlich machte.

Eric Peplau hatte seinen Standpunkt in einer Pressemitteilung (BT vom Montag) kundgetan. Die Stellungnahme von Ferdinand Hurrle (FWG) hatten wir in unserer gestrigen Ausgabe veröffentlicht.

Am Ende der Diskussion versicherte Oberbürgermeister Christof Florus: Gemeinderat, Projektgruppen und Bürger würden weiterhin in die Entscheidungsfindung zur Ausgestaltung des Bads eingebunden.

www.badisches-tagblatt.de

 


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