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Presse

2019-06-22 BNN

Wasser im Wein

Stadtgespräch

Ein bisschen gegenseitiges Schulterklopfen war schon dabei, als jetzt der Förderbescheid des Landes für den Hochwasserschutz im Gaggenauer Traischbachtal übergeben wurde. Aber man wird ein wenig Wasser in den Wein schütten müssen, wenn man sich die Zahlen genauer betrachtet.

Zunächst einmal sind knapp 1,6 Millionen Euro, die von Stuttgart ins Murgtal fließen, viel Geld; sie entsprechen nach den gängigen Richtlinien 70 Prozent der Kosten, die für den aufwendigen Hochwasserschutz notwendig sind. Der wiederum ist Voraussetzung für den Neubau und späteren reibungslosen Betrieb des Waldseebades. Damit sich jene Überflutung nicht wiederholt, die vor drei Jahren die unselige braune Brühe ins Naturbad gespült hatte.

Aber: Die Summe, mit der man zusätzlich aus Berlin gerechnet hatte, wäre eventuell noch um einiges höher ausgefallen. Wäre – denn die Benz-Stadt wurde bei diesem Fördertopf nicht berücksichtigt. Der Gaggenauer Antrag für das Bundesförderprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ blieb ohne Erfolg, auf bis zu vier Millionen Euro hat man vergeblich gehofft.

Die hätte man für das Großprojekt „Neues Waldseebad“, das nach letzten Informationen mit stolzen 13,6 Millionen Euro veranschlagt ist (und nach aller Erfahrung teurer ausfallen wird), auch gut gebrauchen können. Nun steht die Stadt finanziell derzeit zwar sehr gut da, aber die Gewerbesteuer als wichtige Einnahmequelle ist erfahrungsgemäß starken Schwankungen unterworfen. Und die sehr hohen Betriebskosten müssen dauerhaft gestemmt werden. Thomas Dorscheid

www.bnn.de

 

2019-06-21 BNN

Hochwasserschutz kommt vor Badneubau

Land fördert Stadt mit rund 1,6 Millionen Euro

Von BNN Redaktionsmitglied Thomas Dorscheid

Gaggenau. Mit rund 1,6 Millionen Euro fördert das Land Baden-Württemberg den Hochwasserschutz am Traischbach im Bereich Waldseebad. Dies entspricht 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Der Hochwasserschutz ist zwingende Voraussetzung für den Neubau des Waldseebades, das seit seiner Überflutung nach einem Starkregen im Juni 2016 quasi brach liegt. Das Bad soll im Jahr 2021 wiedereröffnet werden.

Für die Übergabe des Förderbescheides durch Ministerialdirektor Helmfried Meinel vom Stuttgarter Umweltministerium hatte die Stadtverwaltung am Mittwoch einen kleinen Empfang im Restaurant Waldseebad organisiert, zu dem neben Landrat Toni Huber (CDU) auch die beiden Landtagsabgeordneten Thomas Hentschel (Grüne) und Alexander Becker (CDU) sowie mehrere Gemeinderäte gekommen waren.

Oberbürgermeister Christof Florus wies darauf hin, dass für das Gesamtvorhaben Waldseebad parallel zum Hochwasserschutz die Baugrundarbeiten starten müssten: „Wir müssen das gemeinsam hinbekommen.“ Er wies darauf hin, dass in Sachen Hochwasserschutz für Gaggenau auch ohne die Murg mit Blick auf die Seitentäler in den nächsten drei Jahrzehnten mehrere größere Projekte, aufgeteilt in Pakete, anstünden. „Ohne das Land, das Zuschüsse gibt, wäre dies für die meisten Kommunen nicht zu leisten“, so Florus, der dem Stuttgarter Ministerialdirektor schon mal weitere Briefe aus Gaggenau in Aussicht stellte.

Das neue Waldseebad („Es ist ganz wichtig für Gaggenau, an diesem Bad hängen Generationen“) könne aber nur errichtet werden, nachdem der Hochwasserschutz gewährleistet sei, so Florus weiter.

Helmfried Meinel nannte das Vorhaben eine „große Investition in die Zukunft“ und betonte: „Hochwasserschutz ist jeden Euro wert.“ Die Gefahr von Starkregen und Überflutungen nehme mit dem Klimawandel tendenziell weiter zu; daher sei es wichtig, dass sowohl das Land als auch die Kommunen in Projekte zum Hochwasserschutz investieren, um Risiken zu minimieren und Schäden zu begrenzen. Ein vollständiger Hochwasserschutz sei technisch und ökonomisch zwar nicht zu machen, dennoch könne bestmögliche Vorsorge betrieben werden. Ziel der Landesregierung sei es, so Meinel weiter, den Hochwasserschutz mit der Gewässerökologie zu verbinden. Was im Übrigen bei dem Vorhaben in Gaggenau sehr gut gelinge; durch den neuen, teils offenen Gewässerverlauf werde der Traischbach wesentlich ökologisch aufgewertet.

bnn21062019 1

Genau hierauf ging als dritter Redner Joachim Wald ein. Er ist Geschäftsführer des Fachbüros für Wasserbau und Wasserwirtschaft Wald und Corbe, mit dem die Stadt Gaggenau zusammenarbeitet. Wenn man bedenke, dass es sich bei der Überflutung des Waldseebades 2016 statistisch betrachtet nur um ein Hochwasserereignis handle, das alle drei bis fünf Jahre vorkommt, sehe man, wie wichtig Hochwasserschutz in diesem Bereich sei. Um für ein sogenanntes 100-jährliches Hochwasserereignis vorbereitet zu sein („Das ist das Maß“), bedürfe es großer Abflussmengen; ein Rückhaltebecken sei aus technischen Gründen dort nicht möglich, wohl aber ein Entlastungskanal. So werde das Wasser ab einer bestimmten Menge über eine Schwelle in den Kanal geleitet; im Normalzustand fließe der Traischbach teilweise geöffnet direkt durch das Bad.

www.bnn.de

 

2019-06-21 BT

Hochwasserschutz im Waldseebad

Zuschuss des Landes

Von Ulrich Jahn

Gaggenau - Mittwoch, 14 Uhr. Nicht nur in Gaggenau herrscht Sommerwetter pur. Die Quecksilbersäule hat die 30-Grad-Marke erreicht. In den Schwimmbädern herrscht Hochbetrieb. Nur im Waldseebad nicht. Das einstige Naturbad hat seit dem Starkregenereignis vor drei Jahren geschlossen. Am Mittwoch gab es jetzt einen wichtigen Schritt hin zur Wiedereröffnung, die für Frühjahr 2021 vorgesehen ist.

bt21062019 1Um das Waldseebad neu bauen zu können, ist die Verbesserung des Hochwasserschutzes unbedingt erforderlich. Denn ein Starkregenereignis war verantwortlich dafür, dass das Bad seit 12. Juni 2016 geschlossen ist. Freude deshalb am Mittwoch nicht nur bei den Verantwortlichen der Stadt Gaggenau. Helmfried Meinel, Ministerialdirektor und Amtschef im von Franz Untersteller (Grüne) geführten Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft von Baden-Württemberg, übergab im Restaurant "Waldseebad", also direkt oberhalb der geschlossenen Freizeiteinrichtung, einen Förderbescheid des Landes für die Hochwasserschutzmaßnahme "Gewässerausbau am Traischbach im Bereich des Waldseebades".

"Hochwasserschutz genießt bei uns einen besonderen Stellenwert", sagte Oberbürgermeister Christof Florus. Weil es sich um "immens hohe Summen" handle, gelte es, Stück für Stück vorzugehen. Vorrang hätten Maßnahmen, die den meisten Nutzen bringen. Grundlage für die Einschätzung von Risiken und Gefahren würden die Hochwassergefahrenkarten bilden, so Florus. In den Karten sind Flächen ausgewiesen, die bei Hochwasserereignissen überschwemmt werden würden. Die Stadt Gaggenau ist für die Seitenzuflüsse der Murg als Gewässer Zweiter Ordnung verantwortlich. Mittlerweile seien Flussgebietsuntersuchungen an 14 Gewässern durchgeführt worden. Der Gemeinderat habe eine Prioritätenliste erstellt. Insgesamt handle es sich um fünf Maßnahmenpakete, die in einem Zeitraum von je fünf bis sieben Jahren umzusetzen seien. Unter dem Strich müssten dafür circa 35 Millionen Euro ausgegeben werden. Allein die Hochwasserschutzmaßnahmen am Waldseebad verschlingen rund 1,8 Millionen Euro. Die Förderung des Landes beträgt etwa 1,3 Millionen Euro.

"Vollständiger Hochwasserschutz ist nicht machbar", räumte Meinel ein. Man werde aber alles tun, um die Gefahren zu minimieren. Der Traischbach, der noch in einer Verdolung unter dem Bad fließt, wird künftig oberirdisch geleitet. Ein Entlastungskanal soll die Wassermassen bei Starkregen aufnehmen.

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2019-06-06 GaWo

Aus dem Gemeinderat

Aktuelle Informationen zu den Schwimmbädern in Gaggenau

Ausführlich wurde der Gemeinderat am Montagabend über den aktuellen Stand in den verschiedenen Bädern informiert.

Waldseebad

Im Mai 2021 wird das neu sanierte und umgebaute Waldseebad wieder eröffnen. Die Vorbereitungen, Planungen und Arbeiten hierzu laufen auf Hochtouren. Ursprünglich hatte die Verwaltung gehofft, bereits in der Saison 2020 das Bad wieder in Betrieb nehmen zu können. Ein verzögerter Zuwendungsbescheid und nötige Umplanungen führten nundazu,dassderehrgeizige Eröffnungstermin nicht eingehalten werden kann. DieBaugenehmigungfür den Badumbau sowie für die meisten Gebäude wurde Ende März 2019 erteilt. Noch nicht genehmigt wurde das zweite Sanitärgebäude beim Kinderplanschbecken, da von der unteren Forstbehörde ein Abstand vom Wald von 45 Meter für erforderlich gehalten wird. Die Planungen sollen deshalb leicht geändert und neu eingereicht werden.

Abgeschlossen sind die Baugrunduntersuchungen für die Hochwasserschutzmaßnahme als auch für die Schwimmbadsanierung. Die entsprechenden Baugrundbeurteilungen mit Gründungsempfehlungen liegen der Verwaltung seit April 2019 vor undwerden nun in den weiteren Planungen und Arbeiten entsprechend berücksichtigt. Um zügig voranzukommen, wurden die Hochwasserschutzmaßnahme gemeinsam mit den Abbruch-, Erdarbeiten und Bodenstabilisierungsarbeiten für das Bad ausgeschrieben. Bis zum 4. Juni 2019 konnten Firmen Angebote abgeben. Die Vergabe ist für die Sitzung am 1. Juli geplant. Der Baubeginn ist dann ab Anfang September 2019 vorgesehen. Für die gesamten Arbeiten ist ein Ausführungszeitraum bis Ende April 2020 kalkuliert. Im nächsten Bauabschnitt geht esumdieUmwälztechnik des Naturbades. Zwischen Februar und April wird mit weiteren Rohbauarbeiten für Becken und Gebäude gestartet. Es folgen Naturstein- und Landschaftsbauarbeiten. Zum Schluss erfolgt der Einbau von Geräten wie Lifter und Rutsche. Während es für die Sanierung des Waldseebades keine Fördermittel gibt, ist für die Hochwasserschutzmaßnahme eine Zuwendung zugesagt.

 

Stimmen aus dem Gemeinderat

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