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Start News Presse 2019-06-21 BNN

2019-06-21 BNN

Hochwasserschutz kommt vor Badneubau

Land fördert Stadt mit rund 1,6 Millionen Euro

Von BNN Redaktionsmitglied Thomas Dorscheid

Gaggenau. Mit rund 1,6 Millionen Euro fördert das Land Baden-Württemberg den Hochwasserschutz am Traischbach im Bereich Waldseebad. Dies entspricht 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Der Hochwasserschutz ist zwingende Voraussetzung für den Neubau des Waldseebades, das seit seiner Überflutung nach einem Starkregen im Juni 2016 quasi brach liegt. Das Bad soll im Jahr 2021 wiedereröffnet werden.

Für die Übergabe des Förderbescheides durch Ministerialdirektor Helmfried Meinel vom Stuttgarter Umweltministerium hatte die Stadtverwaltung am Mittwoch einen kleinen Empfang im Restaurant Waldseebad organisiert, zu dem neben Landrat Toni Huber (CDU) auch die beiden Landtagsabgeordneten Thomas Hentschel (Grüne) und Alexander Becker (CDU) sowie mehrere Gemeinderäte gekommen waren.

Oberbürgermeister Christof Florus wies darauf hin, dass für das Gesamtvorhaben Waldseebad parallel zum Hochwasserschutz die Baugrundarbeiten starten müssten: „Wir müssen das gemeinsam hinbekommen.“ Er wies darauf hin, dass in Sachen Hochwasserschutz für Gaggenau auch ohne die Murg mit Blick auf die Seitentäler in den nächsten drei Jahrzehnten mehrere größere Projekte, aufgeteilt in Pakete, anstünden. „Ohne das Land, das Zuschüsse gibt, wäre dies für die meisten Kommunen nicht zu leisten“, so Florus, der dem Stuttgarter Ministerialdirektor schon mal weitere Briefe aus Gaggenau in Aussicht stellte.

Das neue Waldseebad („Es ist ganz wichtig für Gaggenau, an diesem Bad hängen Generationen“) könne aber nur errichtet werden, nachdem der Hochwasserschutz gewährleistet sei, so Florus weiter.

Helmfried Meinel nannte das Vorhaben eine „große Investition in die Zukunft“ und betonte: „Hochwasserschutz ist jeden Euro wert.“ Die Gefahr von Starkregen und Überflutungen nehme mit dem Klimawandel tendenziell weiter zu; daher sei es wichtig, dass sowohl das Land als auch die Kommunen in Projekte zum Hochwasserschutz investieren, um Risiken zu minimieren und Schäden zu begrenzen. Ein vollständiger Hochwasserschutz sei technisch und ökonomisch zwar nicht zu machen, dennoch könne bestmögliche Vorsorge betrieben werden. Ziel der Landesregierung sei es, so Meinel weiter, den Hochwasserschutz mit der Gewässerökologie zu verbinden. Was im Übrigen bei dem Vorhaben in Gaggenau sehr gut gelinge; durch den neuen, teils offenen Gewässerverlauf werde der Traischbach wesentlich ökologisch aufgewertet.

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Genau hierauf ging als dritter Redner Joachim Wald ein. Er ist Geschäftsführer des Fachbüros für Wasserbau und Wasserwirtschaft Wald und Corbe, mit dem die Stadt Gaggenau zusammenarbeitet. Wenn man bedenke, dass es sich bei der Überflutung des Waldseebades 2016 statistisch betrachtet nur um ein Hochwasserereignis handle, das alle drei bis fünf Jahre vorkommt, sehe man, wie wichtig Hochwasserschutz in diesem Bereich sei. Um für ein sogenanntes 100-jährliches Hochwasserereignis vorbereitet zu sein („Das ist das Maß“), bedürfe es großer Abflussmengen; ein Rückhaltebecken sei aus technischen Gründen dort nicht möglich, wohl aber ein Entlastungskanal. So werde das Wasser ab einer bestimmten Menge über eine Schwelle in den Kanal geleitet; im Normalzustand fließe der Traischbach teilweise geöffnet direkt durch das Bad.

www.bnn.de

 

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